Monika Müller-Klug

Man hört fast das Knarzen sich bewegender Zahnräder. Monika Müller-Klugs Holz-Skulpturen zeichnen sich durch eine interessante Mechanik aus: Scharniere, Rollen, Räder, Torsionen, Wellenformen – die Enkelin eines Müllers hat sichtlich Spaß daran, mit der Familientradition zu spielen. Dabei arbeitete die gebürtige Bremerin nach dem Studium zunächst als Lehrerin. 1965 zog sie zusammen mit ihrem Mann, dem Bildhauer Klaus Müller-Klug, nach Westberlin.

Monika Müller-Klug

Dort begann ihre bildhauerische Arbeit gemeinsam mit ihrem Mann. Beide waren Mitglieder der „Gruppe Plastik 71“. Insgesamt 21 Bildhauer versuchten in ihren Ausstellungen die Distanz zu den Besuchern abzubauen. Sie zeigten Skulpturen sowie Arbeitsabläufe und forderten das Publikum zum Anfassen, Erfahren und im wahrsten Wortsinn Begreifen auf. Dieser Idee ist Monika Müller-Klug bis heute treu geblieben.

Wie es in vielen Künstlerehen ist, war auch sie als Lehrerin lange Zeit die Hauptverdienerin der Familie – für Ehemann und drei Söhne – und musste zurückstecken. Daher freut sie sich auf den Aufenthalt auf Schwanenwerder, wo sie ganz ungestört arbeiten kann.

Seit 1972 leben Monika und Klaus Müller-Klug in Damnatz (Niedersachsen). In ihrer neuen Heimat gründeten sie 1988 den „Westwendischen Kunstverein“. 22 Jahre später entstand dort ein Skulpturengarten, der bis heute ihre Arbeit bestimmt.

Einem breiteren Publikum bekannt wurde Monika Müller-Klug mit ihren „Plantings“, einer neuen Form der Skulptur, die eine Verbindung aus naturgewachsenen Formpflanzen mit Holz oder Steinelementen darstellt. Dabei bestimmt die Pflanze durch ihren Wuchs die Ausprägung der Skulpturen zum Teil mit. Trotz des regelmäßigen Formschnitts verändert sie sich und bleibt in Bewegung.

Die autodidaktische Bildhauerin und Lyrikerin arbeitet am liebsten mit Holz, aber auch mit lebenden Pflanzen und Papier. Ihre wichtigsten Werkzeuge dabei sind Stechbeitel, Heckenschere, Bleistift, Laptop und Kettensäge. Letztere wird sie auch mit nach Schwanenwerder nehmen. Das Ergebnis können Besucher bestaunen, bevor die nächste Künstlerin hier Quartier bezieht.