Aktuelles

September 2022

Tänzerin und Choreografin aus Ägypten hat ihr Stipendium angetreten

Die Tänzerin und Pädagogin Amany Atef ist am 1. September 2022 in das Künstlerhaus eingezogen. Sie wird ihr Stipendium nutzen, um an ihrem Forschungsprojekt „Bluebottle Flies“ weiterzuarbeiten – ein Projekt über die Wahrnehmungen und Erfahrungen von psychologisch-sozialem Verhalten. Amany Atef möchte ein Bewusstsein schaffen über eine der am meisten unterschätzten psychischen Störungen, die bipolare Störung, an der Millionen Menschen weltweit leiden; ein Leben zwischen Hochgefühl und Depression.

Während ihres künstlerischen Aufenthalts wird Amany Atef eine Choreografie entwickeln, die ihre Arbeit über das soziale und individuelle psychologische Ungleichgewicht in eine Tanzperformance umsetzt.

„Ich behaupte weiterhin, dass unser Verständnis von psychischen Störungen nach wie vor begrenzt ist, insbesondere in den Ländern des Nahen Ostens, Arabiens und Afrikas. Deshalb konzentriert sich meine Arbeit darauf, Verbindungen zwischen Kunst und Psychologie herzustellen.“ Amany Atef

Amany Atef hat zeitgenössischen Tanz an der Kunstfakultät der Helwan-Universität in Kairo studiert. Sie arbeitet als zeitgenössische Performerin, Theaterschauspielerin, Choreografin und Lehrerin für zeitgenössischen Tanz und Ballett. Sie glaubt fest daran, dass Kunst als Werkzeug für die menschliche Entwicklung genutzt werden kann, dass sie Menschen und Gemeinschaften zusammenbringt.
In ihrer Arbeit verwendet sie auch partizipatives Theater, therapeutisches Drama und andere kunstbasierte Prozesse für Heilung, Dialog und gesellschaftliche Gemeinsamkeit.

Die Künstlerin wird ihr Stipendium Ende November mit der Präsentation ihrer Tanzperformance beenden.

amanyibrahim737.wixsite.com/website

August 2022

Sankhara
Konzert im Skulpturengarten Damnatz

Eine weltmusikalische Reise, exklusiv für den Auftritt in Damnatz:
Hania Luthufi (Gesang, Sitar), Eleftheria Daoultzi (pers. Harfe), Ravi Srinivasan (Tablas)

4. September 2022, 16 Uhr
Skulpturengarten Damnatz, Am Elbdeich 19, 29472 Damnatz

Es gibt diese Stimmen, die einen sofort packen. Hania Luthufi gehört definitiv dazu. Die außergewöhnliche Sängerin aus Sri Lanka hat sich sowohl mit den klassischen indischen Traditionen als auch Jazzstandards à la Billie Holiday und Chet Baker auseinandergesetzt.

Hania Mariam Luthufi © Deshan Tennekoon
Ravi Srinivasan

Für ihren Auftritt im Wendland hat sie zwei besondere Musiker dazu geholt: die Griechin Eleftheria Daoultzi, die den türkischen Kanun – eine Art persischer Harfe – spielt, und den jetzt in Berlin lebenden Ravi Srinivasan, Perkussionist und Komponist, der extra seine Tablas auspackt.

Zusammen entführen sie uns im besonderen Umfeld des Skulpturengartens Damnatz in die Welt des Orients. Eine Auswahl an Weltmusik, die klassische indische und volkstümliche Melodien aus verschiedenen Regionen Südostasiens miteinander verbindet und diese Melodien mit ihrer eigenen Ästhetik neu interpretiert.

Ein einzigartiges Klangbild, das viele Geschichten für den Zuhörer bereithält. Und ein wenig werden auch Nina Simone und Billie Holiday um die Ecke schauen.

Kontakt:
Gabriele Benedix, benedix[at]cordts-stiftung.de

Veranstaltet von der Cordts Art Foundation in Kooperation mit der Franziska & Tim Cordts-Stiftung

Eleftheria Daoultzi

Sängerin aus Sri Lanka startet ihr Stipendium

Eine Leidenschaft, viele Kulturen: Die Sängerin und Komponistin Hania Mariam Luthufi verbindet in ihrer Musik die musikalischen Traditionen ihrer Heimat Sri Lankas mit der freien Improvisation des Jazz. Besonders verwurzelt sieht sie sich in der traditionellen Musik Indiens, wo sie 10 Jahre intensiv Musik studiert hat. Sie hat bereits zahlreiche Filmmusiken komponiert, Masterklassen geleitet und eine eigene Schule in Sri Lanka gegründet, um die Bedeutung der Musik trotz oder gerade in all den Unruhen zu stärken.

„Meine Faszination für den Jazz habe ich schon als Kind entdeckt. Aber ich wollte weiter. Ich liebe es, mich mit den Wurzeln der Musik auseinanderzusetzen, diese miteinander zu verflechten. Dabei helfen mir besonders die alten Sanskrit-Sprachen, die ich durch den Gesang erlerne.“ Hania Mariam Luthufi

Dabei erspürt Hania Luthufi feinfühlig Situationen und Emotionen, die sich in ihren Kompositionen in einem sich öffnenden Klangteppich entfalten. Die Sängerin wird sich während ihres Stipendiums weiter mit europäischen Musiktraditionen auseinandersetzen. Besonders neugierig ist sie auf die Verbindung mit europäischen Kulturen, die sie mit der indischen Gesangstradition verbinden will. Hierfür besucht sie im Rahmen des Stipendiums Griechenland, um deren Musiktradition zu studieren, in Berlin dann setzt sie dies zusammen mit der britischen Klarinettistin Samantha Wright, die in Hamburg Jazz unterrichtet. Dabei wird eine eigene, alles verbindende Komposition entstehen. Und wer weiß, vielleicht fließen auch ein paar Grooves aus ihrer Zeit mit ihrer afro-kubanischen Band aus Sri Lanka ein.

Hania Luthufi wird ihre Musik in verschiedenen Showcases präsentieren.
Am 04.08. und 07.08. in Berlin zur Eröffnung der Vernissage der Stifterin und Bildhauerin Franziska Seifert, am 27.08. auf dem Musikfestival der Cordts-Stiftung (private Veranstaltung), am 31.08. bei „Hammer Weine“ in Hamburg und am 04.09.2022 im Skulpturengarten Damnatz.

Die Künstlerin wird ihr Stipendium Mitte September beenden.

Juli 2022

Einladung zu zwei Vernissagen

„Alles auf Anfang“ – Noch mehr Raum für Frau
Installationen und neue Arbeiten von Franziska Seifert
4. August 2022 Ludwigkirchstraße
7. August 2022 Schwanenwerder

Die Cordts Art Foundation hat jetzt einen Ausstellungsraum in Berlins Zentrum. Hier können unsere Stipendiatinnen und anderer Künstlerinnen für einen längeren Zeitraum ihre Werke zeigen, ohne die Stipendiatinnen im Stiftungshaus auf Schwanenwerder zu stören. Wir freuen uns sehr über „Noch mehr Raum für Frau“, mit dem wir gut erreichbar unsere Vision, Frauen in der Kunst selbstbewusst nach vorne zu holen, weiter verfolgen. Ein weiterer Schritt für die Bildung des internationalen Netzwerks für Frauen in der Kunst.

Wir laden Sie ein zur großen Eröffnung mit Installationen und Werken der Stifterin und Bildhauerin Franziska Seifert, mit gleich zwei Vernissagen: am 04.08. in den neuen Räumen, am 07.08. im Stiftungshaus auf Schwanenwerder. Anschließend können Sie die Ausstellungen an allen Wochenenden im August besuchen.

Litfaßsäule infernal
Installation von Franziska Seifert 2022

Wir bitten um Anmeldung per Mail an benedix[at]cordts-stiftung.de.

Tulip  Tulpe

Unsere Stipendiatin Chun Sue aus dem Jahr 2020 hat ein neues Gedichtband herausgegeben – mit chinesischen, englischen und deutschen Gedichten, übersetzt von Martin Winter und mit Zeichnungen von An Qi.
Die Sammlung dieser Gedichte, ihre Herzensangelegenheit, ist im Februar 2022 von fabrik.transit herausgegeben worden.

Wir wünschen alles Gute!

Mai 2022

Einladung zur Werkschau

„Keine Enten in Sicht, Wind“
Werkschau und Lecture Performance mit Sonja Knecht
18./19. Juni 2022

Wir laden Sie herzlich ein zur Lecture Performance mit Textkünstlerin Sonja Knecht. Wir freuen uns so sehr, dass sich die Veranstaltungen wieder öffnen und wir Sie auch indoor begrüßen können, dass wir Sie gleich zweimal einladen: wahlweise für Samstagnachmittag (15:00 Uhr) oder zu unserer gewohnten Sonntagszeit ab 12:00 Uhr.

Bitte geben Sie uns für unsere Planung Bescheid, ob und mit wem Sie kommen, gerne mit Mail an benedix[at]cordts-stiftung.de.
Wir freuen uns auf Sie!

April 2022

Einladung zum Offenen Atelier

„Endemic Forest“
Offenes Atelier mit Hau Chun Kwong
1. Mai 2022

Wir laden Sie herzlich ein zum Offenen Atelier unserer Stipendiatin Hau Chun Kwong am Sonntag, 01.05.2022. Wir freuen uns, dass sich die Veranstaltungen wieder öffnen und wir Sie auch indoor begrüßen können. Zum eigenen Schutz möchten wir aber trotzdem in der Enge des Hauses das Tragen einer FPP2-Maske empfehlen. Bitte geben Sie uns für unsere Planung Bescheid, ob und mit wem Sie kommen. Kontakt: benedix[at]cordts-stiftung.de
Wir freuen uns auf Sie!

Impressionen

Eindrücke von der Lecture Performance „Fenchel auf Inseln“ mit Sonja Knecht am 31. März 2022

Stifterin und Bildhauerin Franziska Cordts und Textkünstlerin Sonja Knecht vor ausgewählten Textstücken der Künstlerin
© Cordts Art Foundation
Franziska Cordts eröffnet die Lecture Performance
© Cordts Art Foundation
Tim Cordts hebt die Besonderheit der Anagramme Sonja Knechts hervor
© Cordts Art Foundation
Sonja Knecht performt ihre Lectures
© Cordts Art Foundation
Zuschauer*innen während der Lecture Performance
© Cordts Art Foundation
Sonja Knecht performt ihre Lectures
© Cordts Art Foundation
Sonja Knecht in der Ersten Etage Wilhelmsburg – ein bewegender Abend!
© Cordts Art Foundation

März 2022

Hau Chun Kwong aus München / Hongkong auf Schwanenwerder

Das Projekt „Chinas Künstlerinnen residieren in Berlin-Schwanenwerder“ begrüßt seine vierte Stipendiatin: Die Bildende Künstlerin Hau Chun Kwong ist ins Künstlerhaus gezogen. Sie wird die Zeit der Ruhe auf Schwanenwerder nutzen, um die Auswirkungen der Erinnerungen und Verletzungen von Menschen künstlerisch zu erspüren.

I am listening where the wind blows …

„Das Leben von Natur ist endlos, voller Kraft und Freiheit.“ Im Leben und im Tod sucht Hau Chun Kwong nach inneren Gefühlen und Stimmen, will die einfachste Schönheit der Natur lebendig machen. Dafür verwendet sie verschiedene Techniken wie Worte, Arbeiten auf Papier, Holzschnitte, stehende Bilder oder Videos – ein emotionaler Dialog.

„Die Ruhe auf Schwanenwerder gibt mir endlich die Möglichkeit, den feinen Stimmen nachzuspüren. Zeitgleich mit mir sind viele Flüchtlinge aus der Ukraine in Berlin angekommen, einer alten Stadt mit Traumata und Geschichte. Die inneren Widersprüche, wie das Auf und Ab der Meereswogen – vielleicht ist es dieses Gefühl des Endes, das mich wieder ernsthaft auf Berlin blicken lässt, ein Passant, der hier nicht hingehört.“

www.hauchunkwong.de

Hau Chun Kwong stellt bereits seit 1988 weltweit aus, unter anderem in ihrer Heimatstadt Hongkong, München, Italien oder Bozen. Sie hat in der Akademie der Bildenden Künste in Kanton und München studiert, war u. a. Meisterschülerin bei Prof. Cristina Iglesias und hat den 1. Preis des StadtAcker-Kunstprojekts 2018 gewonnen.

Pressemitteilung März 2022

Einladung zur Lesung in Hamburg

„Fenchel auf Inseln“
Lecture Performance mit Sonja Knecht
31. März 2022

Es sind sehr bewegte Zeiten, die uns alle sehr treffen. Trotzdem und umso mehr möchten wir einen Punkt der Freude setzen. Unsere Stipendiatin aus Berlin – die Textkünstlerin Sonja Knecht – liest und performt am 31.03.2022 in der Ersten Etage in Hamburg-Wilhelmsburg. Im Gepäck hat sie neben ihrer Lyrik einen handfesten Einblick in ihre Buchstaben-Schönheiten.
Eine wunderbare Kooperation der Cordts Art Foundation mit der Ersten Etage Wilhelmsburg, ein wunderbarer Anlass, auch in Hamburg die Arbeit und Vision der Cordts Art Foundation für die Frauen in der Kunst vorzustellen.

Nach aktuellem Stand dürfen wir tatsächlich wieder bis zu 200 Personen indoor einladen – einzige Bedingung das Tragen der FPP2-Maske (die medizinische Maske reicht in diesem Fall nicht). Da wir auch Getränke und Knabbereien anbieten, möchten wir Sie zu Ihrem eigenen Schutz anregen, trotzdem zusätzlich auf die 3G-Regel zu achten, vorbehaltlich der tagesaktuellen Lage.

Bitte melden Sie sich für unsere Planung an unter art[at]die-erste-etage.de.

Februar 2022

Rückblick: Anja Asche

November 2021

Die Berlinerin Sonja Knecht hat ihre Residenzzeit angetreten

Die Textkünstlerin Sonja Knecht nutzt das Inselhaus über den Winter als Schreibatelier. Sie bleibt von November 2021 bis Februar 2022. Zum Ende ihres Aufenthalts auf Schwanenwerder plant sie eine visuell-verbale Werkschau, gibt Einblick in ihre Schreibprozesse und liest aus ihrer experimentellen Lyrik.

Update

Safe the date: Wegen der Pandemie findet die Abschlussveranstaltung am 18. und 19. Juni 2022 statt – Lesung und mehr mit Sonja Knecht.
Vorab freuen wir uns auf sie am 31. März 2022 in der Ersten Etage, Hamburg-Wilhelmsburg. Ausführliche Informationen: Einladung zur Lecture Performance

Oktober 2021

Impressionen

Eindrücke von der Werkschau „Verdichtung und Prägung“ – Installationen, Collagen und Zeichnungen von Anja Asche am 3. Oktober 2021

Franziska Seifert und Gabriele Stötzer auf der Werkschau
Besucher*innen der Werkschau von Anja Asche
Franziska Cordts, Anja Asche und Tim Cordts
Anja Asche und Besucher*innen der Werkschau

September 2021

Besuch in Hamburg

Prof. Yu Zhang zu Besuch in der Ersten Etage und im Atelier Franziska Seifert

Einladung zur Werkschau

„Verdichtung und Prägung“
Installationen, Collagen und Zeichnungen von Anja Asche
3. Oktober 2021

Natürlich halten wir uns an die dann gültigen Hygieneregeln. Die Einhaltung der 3G-Regel ist für uns selbstverständlich, wir hoffen, auch für Sie. Daher bitten wir Sie um vorherige Anmeldung unter benedix[at]cordts-stiftung.de, damit wir entsprechend planen können.

Rückblick: Lisa Chang Lee

August 2021

Rückblick: Flügelschlag Fernost – Künstlerinnen auf Schwanenwerder

Juli 2021

Die Berlinerin Anja Asche ist eingezogen

Die experimentelle Künstlerin Anja Asche setzt sich in ihrer Arbeit auf subtile Weise mit der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit der Identität auseinander. Dabei geht sie auch der Frage nach, inwieweit das Individuum durch das Umfeld und durch gesellschaftliche Normen beeinflusst wird:

„Mein Interesse gilt dabei besonders den Begrenzungen und Stereotypen, denen Frauen unterworfen sind. Mein persönlicher Lebensweg ist … Ausgangspunkt für meine künstlerischen Untersuchungen. Hier setzt das Programm der Cordts Art Foundation an.“

Anja Asche wird in ihrer Residenzzeit mit ungewöhnlichen Materialien arbeiten, wie Gelwachs, Petrischalen und natürlichen Fundstücken – beispielsweise Samen, Äste, Gräser. Dabei strebt sie großformatige und dennoch filigrane Werke und Installationen an.

Sie bleibt bis zum 31. Oktober 2021 im Atelierhaus. Am 3. Oktober 2021 ist eine Werkschau im Haus geplant.

Juni 2021

Eröffnungsrede 20.06.2021 Berlin-Schwanenwerder, Cordts Art Foundation

Liebe Gäste, liebe Kunstfreund*innen,

vor nicht mal ganz zwei Jahren haben wir dieses Projekt, das sich an Frauen wendet, in Berlin gegründet, um Künstlerinnen einen Arbeitsaufenthalt mit anschließender Öffentlichkeit zu bieten.

Covid-19 hat uns direkten Weg nach Asien und in die Welt verstellt, aber wir sind es gewohnt, Hindernisse zu umgehen oder aus dem Weg zu räumen. Durch unsere enge Verbundenheit mit der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für kulturellen Austausch und der hier anwesenden Frau Prof. Yu Zhang ist es uns gelungen, drei chinesische Künstlerinnen seit November 2020 ins Haus zu holen und zu unterstützen.

Besucher und Organisatoren von „Flügelschlag Fernost“ – natürlich getestet und geimpft
© Cordts Art Foundation / GeKA e. V.
Besucher und Organisatoren von „Flügelschlag Fernost“ – natürlich getestet und geimpft
© Cordts Art Foundation / GeKA e. V.

Da sie alle in Berlin, Deutschland und England leben, konnten wir diese Idee des Austausches überhaupt umsetzen – worüber ich sehr froh bin.

Zwei der Künstlerinnen sind heute anwesend, es ist die bekannte feministische Malerin Jiny Lan aus Düsseldorf und Lisa Chang Lee aus London, deren Interesse sich um Landschaft, Urbanisierung, das Verhältnis des Menschen zur Umwelt multimedial dreht – beide sind hier vertreten mit einer kleinen Auswahl ihrer Projekte.

Am ersten Juli wird dann hier für vier Monate Frau Anja Asche einziehen – eine in Berlin ansässige, aus der Nähe von Kassel stammende Künstlerin, auf die wir uns schon sehr freuen. Bewerbungen aus der ganzen Welt gehen bei uns ein und sagen uns, dass wir eine aktuelle Leerstelle besetzen mit unserem Angebot. Die nächsten zwei Jahre sind voll besetzt – und wir erwarten neue spannende Frauen.

Der Kampf um Sichtbarkeit für die Frauen in der Kunst ist durchgängig aktuell. Gerade läuft eine Ausstellung mit diesem Titel hier in der Berliner Nationalgalerie. Die von der Französin Camille Morineau gegründete Non-Profit-Organisation AWARE und die in Florenz tätige AWA sind Träger von Projekten, die sich mit folgendem Phänomen befassen.

Über die letzten 100 bis 150 Jahre wurden Werke von erfolgreichen Künstlerinnen, die sich genauso auf dem Markt durchsetzen konnten wie ihre männlichen Kollegen, von Museen und Sammlungen – also durchaus nicht nur von Privatpersonen – angekauft. In den Depots liegen Hunderte nie gesehener Werke: Alles vergessen, nicht restauriert und in der Kunstgeschichte nie erwähnt.

Besucher und Organisatoren von „Flügelschlag Fernost“ – natürlich getestet und geimpft
© Cordts Art Foundation / GeKA e. V.
Besucher und Organisatoren von „Flügelschlag Fernost“ – natürlich getestet und geimpft
© Cordts Art Foundation / GeKA e. V.

Die von mir oben erwähnten Organisationen haben es sich zur Prämisse gemacht, diese Schätze zu heben, zu restaurieren, zu zeigen und vor allem sich um die Sichtbarkeit in der kunstgeschichtlichen Einordnung zu kümmern – das wird der schwerste Punkt sein.

Ich erwähne es nochmal an dieser Stelle: Kuratoren, Galeristen, Verleger, Publizisten, Sammler – in erster Linie immer Männer – und daraus ergibt sich eine bestimmte Sichtweise. Wir stehen hier also vor diesem aufgeladenen aktuellen Diskurs und können aktuell und leibhaftig mit Maske in Covid-19-Zeiten etwas direkt tun, um diesen Zustand zu verändern.

Die Kunst von Frauen muss gezeigt, gesehen, besprochen, diskutiert, gesammelt und bewahrt werden. Aber immer mit leidenschaftlichem Herzen und stets mit ganzem Einsatz.

Das ist mein großer Wunsch.

Ihre Franziska Cordts

Eröffnungsrede „Flügelschlag Fernost“ Juni 2021

Besucher und Organisatoren von „Flügelschlag Fernost“ – natürlich getestet und geimpft
© Cordts Art Foundation / GeKA e. V.

Rückblick: Jiny Lan – Ein Besuch auf Schwanenwerder

Mai 2021

Die dritte Chinesin auf Schwanenwerder

Das Projekt „Chinas Künstlerinnen residieren in Berlin-Schwanenwerder“ begrüßt seine dritte Stipendiatin: Die junge Künstlerin Lisa Chang Lee ist im Mai ins Künstlerhaus gezogen. Sie wird sich auf besondere Weise mit der Geschichte des Grunewalds beschäftigen. Denn dieser heute für Naherholung so bekannte „Grüne Wald“ in Berlin ist voller Geschichte.

Prägung des Vergangenen in der Natur auf unsere Wahrnehmung heute

Lisa Chang Lee (geb. 1986, lebt und arbeitet in Peking und London) arbeitet mit einer Reihe von Medien wie Bewegtbild, Installation, Sound und Fotografie. Während ihrer Residenz wird sie den Grunewald nach Spuren aus der komplexen Geschichte des Waldes erforschen: vom Zufluchtsort der Wohlhabenden während der industriellen Revolution bis zur Ruhestätte der namenlosen Arbeiter; vom grünen Schild der Abhörstation während des Kalten Krieges bis zum Bewahrer hunderter nicht explodierter Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg.

„Ich freue mich besonders, an diesen Ort zu kommen, da mein Vater kurz vor dem Mauerfall für einen Monat als Gastprofessor an der Universität der Künste in Berlin lehrte. Darüber fühle ich mich sehr mit der besonderen Geschichte der Stadt verbunden und möchte ihrer Prägung für das Heute nachgehen.“ Lisa Chang Lee

Lisa Chang Lee hat bereits national und international ausgestellt, u. a. in der York Art Gallery, der Seoul Biennale für Architektur und Urbanismus (Südkorea), Ashmolean Museum (UK).

Pressemitteilung Mai 2021

März 2021

Die zweite Chinesin ist in das Künstlerhaus auf Schwanenwerder eingezogen

Drei Jahre fördern zwei gemeinnützige Institutionen in ihrem gemeinsamen Projekt chinesische Künstlerinnen als Artist-in-Residence „Chinas Künstlerinnen residieren in Berlin-Schwanenwerder“:
die Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch e. V. (GeKA, Berlin) und die Cordts Art Foundation (Hamburg). Der Startschuss fiel im November 2020. Im Februar 2021 ist die zweite chinesische Künstlerin in dem Haus auf der Berliner Insel Schwanenwerder eingezogen, um ungestört ihrer Kunst nachzugehen.

Internationale Konzeptkünstlerin

Jiny Lan, eine international angesehene chinesische Konzeptkünstlerin, thematisiert in ihren großformatigen Arbeiten das urbane Leben in den Metropolen dieser Welt. Ausgebildet an der National Academy of Fine Arts in Zhejiang in China lebt die Malerin seit 1995 in Deutschland und verbindet künstlerische Traditionen Asiens und Europas zu ihrer eigenen Bildsprache. In Gemälden von ästhetischer Prägnanz hinterfragt sie moralische und traditionelle Frauenbilder in China in umfangreichen Serien.

Auf Schwanenwerder freut sich Jiny Lan besonders über die Nähe zum Wasser: „Dem Wasser verdanke ich viel. Das Künstlerhaus auf der Insel hat mich sofort inspiriert.“ Heute lebt sie im Ruhrgebiet und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Düsseldorf.

Pressemitteilung März 2021

Januar 2021

Vor knapp drei Monaten ist unser Kooperationsprojekt „Chinas Künstlerinnen residieren in Berlin-Schwanenwerder“ mit der Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch e. V. (GeKA) gestartet. Wir freuen uns, dass dieses Projekt auch filmisch festgehalten und dokumentiert wird, und möchten an dieser Stelle gerne die Regisseurin vorstellen.

Claudia Dejá arbeitet als Autorin, Regisseurin und Produzentin. Sie realisiert Dokumentationen und Reportagen für ARD, ZDF und ARTE. In ihren Produktionen sucht sie nach den besonderen Geschichten aus dem richtigen Leben, Geschichten, die uns berühren. Unterwegs im In- und Ausland will sie zeigen, was Menschen bewegt, womit sie zu kämpfen haben, was sie ausmacht.

November 2020

Chinas Schriftstellerin Chun Sue beginnt ihre Künstlerresidenz auf der Insel Schwanenwerder

Zwei private gemeinnützige Förderinstitutionen – Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch e. V. (GeKA, Berlin) und Cordts Art Foundation (Hamburg) – beginnen im November 2020 gemeinsam ihr dreijähriges Artist-in-Residence-Projekt „Chinas Künstlerinnen residieren in Berlin-Schwanenwerder“.

Die erste teilnehmende Künstlerin ist Chun Sue, bekannte Dichterin und Schriftstellerin aus Beijing.

Chun Sue ist 1983 in Nordchina geboren und gilt als eine Vertreterin der Transformationsgeneration Chinas. Sie hat bisher fünf Romane, drei Essay- und zwei Gedichtsammlungen veröffentlicht. Ihre ersten beiden Romane – u. a. „Beijing Doll“ (2002) – wurden zwischenzeitlich von chinesischen Behörden verboten, sind aber nun wieder im Druck. Einige ihrer Werke wurden bereits ins Englische übersetzt.

Chu Sue ist laut eigener Aussage sofort am ersten Tag entspannt auf der wohl exklusivsten Insel Berlins. In einem kleinen Häuschen direkt am Wasser auf der Insel wird sie nun zwei Monate wohnen und arbeiten.

„Die Energie stimmt einfach. Ich spüre Inspiration und habe ein sehr gutes Gefühl, dass ich hier während der Residenz etwas Neues schaffen kann.“

Pressemitteilung November 2020

Oktober 2020

Der Texte Töne

Die zweite Stipendiatin Gabriele Stötzer war für vier Monate im Künstlerhaus

Von irgendwo wehten feine Trompetenklänge über die Havel, durchsetzt mit Klängen aus einem weit aus Südafrika eingereisten Harmonium – und immer wieder die ruhige Stimme, die einen so gar nicht beruhigenden Text einwarf. Die Besucher der Abschlussausstellung von Gabriele Stötzer am 4. Oktober 2020 waren erstaunt, beglückt und irritiert. Nach einem Sommer voller Absagen nun eine glücklich durchgeführte Veranstaltung mit Skizzen, Porträtserien und Livemusik durchwoben von harter Geschichte – greifbar nah und doch mit gebührendem Abstand.

Gabriele Stötzer ist die zweite Stipendiatin der Cordts Art Foundation. Sie ist eingesprungen, als klar wurde, dass infolge der internationalen Reisebeschränkungen die Indonesierin Putu Sridiniari nicht kommen kann.
„Ein Glücksfall für beide Seiten. Gabriele Stötzers Kunst ist eng mit der Geschichte Berlins, mit der Geschichte Deutschlands verbunden. Und mir ist es wichtig, dass das Künstlerhaus auch in der Corona-Zeit genutzt wird.“ Stifterin Franziska Seifert

Die Kunst war stärker

Gabriele Stötzers Kunst ist eng mit ihrer Auseinandersetzung ihrer Geschichte in der damaligen DDR verflochten. Gefängnis, Untergrund, Verfolgung durch die Stasi mit dem Ziel, sie zu vereinsamen, sie gar bis in den Selbstmord zu treiben. Ihr Vergehen? Unterschriften sammeln gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Anfangs. Später dann ihre Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau in der männergeprägten Domäne, durch Verfassen von Texten, im Suchen der weiblichen Sprache, in der weiblichen Kunst durch Aktmalerei und Performances, Super-8-Filme und Fotoserien.

„Es war mein Traum. Er hat mich gerettet, als ich 1977 im Krankenhaus des Frauenknasts nach einer Fehloperation aufwachte und realisierte – ich habe alles da draußen verloren.“ Sie hätte sich in eine Depression verkriechen können. Aber bei der Erfurterin hat es einen wahren Schaffensprozess losgetreten. Ihr Thema bis heute: Frauen im Knast, Frauen im Leid – ein tränenreicher Prozess. „Die Scham zu überwinden und das Innere nach außen zu holen, nicht den Mund zu halten“, erklärt sie. „Und immer wieder Grenzen zu überschreiten. Die Grenzen nach innen, richtige und fiktive – das beschäftigt mich heute.“

Endlich was Schönes machen

Und so kam es ihr vor wie ein zweiter Traum, als sie das erste Mal im Künstlerhaus auf Schwanenwerder ankam. „Es ist ein wahrhaft außergewöhnlich inspirierender Ort. Ich konnte mein Glück nicht fassen“, sagt die Stipendiatin. Von tief innen kam die Bewegung, durchgespült, durchgewühlt. Alle alten Erinnerungen in einem Fluss wollten aufgearbeitet werden. Und wurden. Das morgendliche Bad in der Havel, der aktive Austausch mit alten Weggefährten aus ihrer Untergrundzeit, die jetzt in Berlin leben, das Haus – all das setzte einen schier unerschöpflichen Schaffensprozess in Gang.

So entstanden in den vier Monaten auf Schwanenwerder Skizzen mit Wasser, Skizzen mit Booten und neue Porträtserien. Auch hier ist die Zeit im Frauenknast ihre Inspiration. So wie Häftlinge von drei Seiten fotografiert werden, legt sie drei Bilder an: das erste ein Foto, das zweite das übermalte Foto, das dritte reduziert als eine Zeichnung. Die Reflektion zum Selbst. Motive waren die Gesichter ihrer vielen Besucher in den vier Monaten.

Mit „Die Abwicklung neu 2020“ hat sie eine Arbeit aus der DDR-Zeit aufgegriffen. Ihren mit Ketchup bemalten Körper rollte sie an einer Papierwand entlang. Ein Sichtbarmachen der inneren Verletzung nach außen, das auch heute nach fast 40 Jahren zeigt: „Ich bin da. Immer. Überall.“

Abschlussausstellung 4. Oktober 2020

Das Datum für ihre Abschlussausstellung passt somit auch zu ihrer Geschichte – ein Tag nach der deutschen Einheit, auf Schwanenwerder gar nicht weit zur ehemaligen Grenze. Neben der Ausstellung führte Gabriele Stötzer mit dem Duo „Klang-Zeichen“ (Trompeter: Daniel Hoffmann und Michael von Hintzenstein am Harmonium) eine Performance mit ihrer auf Schwanenwerder entstanden Road-Lyrik „Deutschland von innen“ – eine leicht dadaistisch angehauchte Aufführung, in der sich die Musik immer wieder auch perkussiv mit Gabriele Stötzers Fragen und der Suche nach dem Innersten auch und gerade in diesen Zeiten des Virus verdichtete.

Knapp 200 Besucher kamen über den Tag verteilt. Und bestätigten, was die Stifterin Franziska Seifert und ihr Mann Tim Cordts in ihrer Einführung nochmal bekräftigten: wie wichtig sie die Förderung von Frauen in der Kunst und insbesondere das Rollenverständnis der Frau in der gegenwärtigen Kunst erachten.

Abschließend resümiert Franziska Seifert: „Gabriele Stötzer ist meinem Wunsch, dass hier ein neuartiges Netzwerk für Frauen in der Kunst entstehen möge, auf wunderbar unbewusste Art gefolgt. Indem sie das Haus für viele Künstlerinnen öffnete, indem sie durch die Verarbeitung ihrer Vergangenheit die Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau in der ehemaligen DDR, die ja bis heute prägt, in unsere Gegenwart trug. Wir sind froh, dass sie die Zeit hier trotz der derzeitigen Beschränkungen so frisch und inspirierend umgesetzt hat.“

Juni 2020

Plakataktion „Wir rauben Corona die Krone“

Ein Frauenkopf mit Sonnenbrille und Hygienemaske – aber irgendwie verdreht? Eine flächendeckende Plakatierung in der Hansestadt Hamburg – wo Künstler doch gerade im Kleinen und mit Abstand agieren müssen?
Über 4.000 Plakate hängen in der Hansestadt. Sechs Künstlerinnen treten stellvertretend auf, um Corona die Krone zu rauben. Unsere Aktion soll aufmerksam machen, will sichtbar machen, in welch paradoxer Situation sich freischaffende Künstlerinnen seit Corona befinden.

Während einige Künstlerinnen gar keine Einnahmen erhalten, nutzen andere die Ruhe für besonders kreative Prozesse, noch andere wieder erstaunt, wie selbstverständlich sie gebeten werden, für Video-Streams zur Verfügung zu stehen – ohne Gage versteht sich. Allen gemeinsam fehlt seit März entschieden etwas: das Fühlen und Erleben mit dem Publikum.

„Dieser Zauber, wenn die vierte Wand fällt, wenn bei einer Lesung zwischen mir und dem Publikum keine Trennung mehr ist, lässt sich auf digitalem Weg nicht mehr herstellen. Ebenso wenig, wie sich die Seele einer Skulptur erfühlen, erfassen lässt, wenn ich sie hinter der gläsernen Wand des Bildschirms anschaue.“ Isabel Abedi, Schriftstellerin

Musik braucht den Kontakt zum Publikum im Liveerleben und Entstehen. In der Jazzmusik zum Beispiel verändert sich Musik mit dem Publikum, jedes Konzert klingt anders. Das kann die CD oder das Streamen nicht ersetzen. Auch wenn sich die Hygienevorschriften gerade zunehmend lockern, bleiben die Abstandsregeln. Der sinnliche Austausch, das sich gegenseitige Befruchten fehlt:
„Die Diskrepanz der Lockerungen, zwischen vollen Flugzeugen und Auflagen für Konzerthäuser, die im Grunde gar nicht umzusetzen sind, mit so geringen Zuschauerzahlen und so großem Mindestabstand, dass für alle Beteiligten die Arbeit eigentlich kaum Sinn ergibt, macht mich traurig.“ Lisa Wulff, Jazz-Bassistin

„Ich habe ein gesundes Bauchgefühl zu alltäglichen Entscheidungen wiedererlangt … und hatte endlich die Gelegenheit, ein Recording-Studio einzurichten.“ Christin Neddens, Schlagzeugerin

Denn Kunst braucht Leidenschaft, Hingabe, Widerstand – wie wir die Kunst zum Erleben, Fühlen und Erfassen brauchen. Dank Corona ist dies alles nun verdreht. Die Zäsur durch die Corona-Pandemie stellt alle Künstlerinnen vor große Herausforderungen, setzt teils ganz neue Methoden und Ansätze frei:
„Die Plakataktion will Sichtbarkeit herstellen für diese bisweilen abenteuerliche Anstrengung. Wie auch die kleinen und großen Erfolge. Nach dem guten alten Motto: Raus aus der Höhle, ran an den Bauzaun! Deshalb bin ich dabei!“ Anne Wiemann, Musikerin

„Mir war die Aktion eine große Herzensangelegenheit – als Künstlerin genauso, wie aber auch als Stifterin. Erschreckt hat mich, dass einige Frauen die Teilnahme an dem Projekt aus Gründen der Bescheidenheit abgesagt haben. Dies zeigt mir persönlich noch einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir mit unserer Arbeit in der Stiftung explizit Frauen stärken, selbstbewusst als Künstlerinnen aufzutreten.“ Franziska Seifert, Bildhauerin

Die Plakate werden bis Ende August in Hamburg hängen, und wir sind gespannt, wie sie sich über die drei Monate in der Witterung verändern werden. Genauso, wie sich die Situation der Künstlerinnen und damit in unserer Gesellschaft gerade ständig verändert.

Das Poem

Wir rauben Corona die Krone

Mit Leidenschaft
Mit Verve
Mit Hingabe
Mit Widerstand
Mit Überzeugung
Mit Enthusiasmus
Mit allem was wir haben
Mit allem was wir sind
Ohne uns keine Töne, keine Stimme, kein Gesicht
Ohne uns nichts zu fassen, nichts zu spüren, kein Gedicht
Wir sind die Rose, sind die Pusteblume, sind das Licht
Wir sind die Krone selbst, sonst nichts

Tim Cordts

Die zweite Stipendiatin ist eingezogen

Die deutsche Schriftstellerin und Künstlerin Gabriele Stötzer ist am 1. Juni 2020 als zweite „Artist in Residence“ im Atelierhaus auf der Insel Schwanenwerder in Berlin eingezogen. Sie wird dort bis Ende September ihre Auseinandersetzung mit dem weiblichen Selbstverständnis in Figuren und Text auf Leinwand setzen.

Wegen der Corona-Pandemie konnte die ursprünglich vorgesehene Stipendiatin, die junge Indonesierin Putu Sridiani, ihre Reise nicht antreten. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nach Berlin kommen – sobald das internationale Reisen wieder möglich ist. Daher hat Gabriele Stötzer ihr Stipendium vorgezogen.

Pressemitteilung Juni 2020

April 2020

Liebe Freund*innen der Künste,

seit Oktober weilte unsere erste Stipendiatin Monika Müller-Klug in dem Haus auf der Insel Schwanenwerder. Sie hat die Zeit inspiriert genossen und Skulptur und Lyrik zum Leben erweckt.

Der Biber war immer an ihrer Seite. Nun muss er erstmal alleine weiterarbeiten.

Aber wir müssen warten – denn natürlich können wir nicht, wie vor einigen Wochen noch erhofft, am 19. April 2020 ihre Arbeiten in Berlin der Öffentlichkeit zeigen.

Wann wir die Ausstellung nachholen werden, ist noch ungewiss, aber wir halten Sie auf dem Laufenden, mit dem absoluten Willen zur Kunst.

Kommen Sie gut durch diese Zeit!

Oktober 2019

Eröffnungsausstellung Schwanenwerder – ein Rückblick

Am 3. Oktober 2019 war es endlich so weit, und die Cordts Art Foundation konnte nach monatelangen Vorbereitungen und Renovierungen ihr Entstehen feiern. Schauplatz war natürlich das Haus auf Schwanenwerder, welches das Zentrum der Stiftungsarbeit repräsentiert.

Den Auftakt bildete eine Ausstellung der Bildhauerin und Stifterin Franziska Seifert, und so kam direkt zur Geltung, wie wunderbar die Räumlichkeiten des Hauses mit den Kunstwerken harmonieren.

Sobald man in das Haus eintritt, fällt der Blick auf die gegenüber gelegene Fensterfront. Dahinter erstreckt sich der weite Blick über den Garten und den anschließenden Wannsee. Eine gewisse Ruhe kehrt bei diesem Anblick ein, man freut sich darauf, mehr zu entdecken.

Das Erdgeschoss im Haus ist lichtdurchflutet und minimalistisch eingerichtet, wodurch alles sehr geräumig wirkt. Im Obergeschoss hingegen ist es durch Dachschrägen und viel Holz eher rustikal und gemütlich – ein Kontrast und doch ideal. Die Exponate der Ausstellung sind wie zufällig sowohl im Haus als auch im Garten angeordnet, und jedes für sich mit seiner Umgebung schön in Szene gesetzt.

Als die Türen sich um 12 Uhr öffnen, strömen die Gäste nur so ins Haus, bis es voll wird. Immer mehr weichen in den Garten aus, bis auch dieser so gut wie voll ist. Über 200 Besucher spazieren über das Gelände, genießen dabei Champagner oder andere Getränke, bestaunen die Kunstwerke und kommen miteinander ins Gespräch.

Besonders bei dieser Ausstellung: Anfassen der Skulpturen ist ausdrücklich erwünscht, was begeistert angenommen wird und einen weiteren Eindruck der Werke ermöglicht. Und immer wieder kann man beobachten, wie sich einzelne Personen von der Gruppe wegbewegen, eine andere Ecke des Geländes entdecken oder auf den angrenzenden Steg treten, um die Umgebung und besondere Atmosphäre in Ruhe in sich aufzunehmen.

Schnell wird einem klar, dass dies ein idealer Ort ist, um zur Ruhe zu kommen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und sich der Kunst zu widmen.

Dann begrüßt die Stifterin und ausstellende Künstlerin Franziska Seifert ihre Gäste und erzählt davon, wie und aus welcher Motivation heraus es zu dem Projekt „Women Artists in Residence“ gekommen ist. Bei ihr steht vor allem die Kunst im Fokus, jenseits monetärer Aspekte.

Sie spricht von der Rolle der Frau in der Kunst, ihren eigenen Erfahrungen und warum es so wichtig ist, einen Diskurs zu diesem Thema anzuregen und eine Unterstützung zu leisten, die ihr selber verwehrt geblieben ist.

Dabei erzählt sie, dass eigentlich ihr Mann Tim Cordts sie auf die Idee brachte, ein Projekt exklusiv für Frauen umzusetzen. Erst dadurch hat sie selbst begonnen, die Kunstszene und die dort verankerten Geschlechterrollen zu hinterfragen.

Es ist ein schöner Einblick in die Hintergründe des Projektes. Es wird klar, dass hier authentisches Engagement dahintersteckt.

Abschließend wurde die erste Stipendiatin, Monika Müller-Klug, vorgestellt.

Die bereits 82-Jährige ist Lyrikerin und Bildhauerin und wird sich während ihres Aufenthalts auf Schwanenwerder ihrer Poesie und der Gestaltung eines Eichenstamms widmen. Dabei fasst sie thematisch das vielschichtige Verhältnis zwischen Mensch und Natur ins Auge und wird im April ihre Arbeiten bei einer Ausstellung im Haus präsentieren – wir sind bereits gespannt auf die Ergebnisse!

August 2019

Am 3. Oktober 2019 eröffnet die Bildhauerin und Stifterin Franziska Seifert das internationale Projekt „Women Artists in Residence“ mit einer eigenen Ausstellung. Dies ist gleichzeitig der Startschuss für die erste Stipendiatin, Lyrikerin und Bildhauerin Monika Müller-Klug, die auf der Eröffnung vorgestellt wird.

Vernissage am 3. Oktober 2019 um 12:00 Uhr mit Musik, Champagner oder Wasser
Inselstraße 2a, 14129 Berlin-Nikolassee
Ein Shuttle-Service zur S-Bahn wird eingerichtet.

Die Ausstellung ist auch am Samstag und Sonntag, den 5. und 6. Oktober 2019 von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet.

E-Mail: benedix[at]cordts-stiftung.de
Telefon: 0172 4128087